In diesem Abschnitt werden zahlreiche gesammelte Auffälligkeiten aufgeführt
- Stolpern: Wenn Muskelketten durch PSSM2 blockieren, verliert das Pferd die Fähigkeit, die Vorhand rechtzeitig vorzuführen. Ein gezieltes Management von Aminosäuren stärkt die Muskelstruktur und sorgt wieder für einen trittsicheren Gang.
- Eingeschränkte Rückwärtsbewegung: Das Rückwärtsrichten erfordert ein feines Zusammenspiel von Becken- und Rückenmuskulatur. Bei PSSM2-Pferden führt die Dehnung und Belastung oft zu schmerzhaften Verspannungen, weshalb sie blockieren oder ausweichen.
- Begrenzte Hankenbeugung: Damit die Hinterhand federn und Gewicht tragen kann, müssen die großen Muskelgruppen im Heck geschmeidig arbeiten. Durch die Myopathie fehlt dem Pferd schlichtweg die Kraft und Elastizität in den Hanken.
- Ataktischer Gang: Ein unkoordiniertes, teils torkelndes Gangbild entsteht, wenn die Reizweiterleitung in den strapazierten Muskelzellen gestört ist. Durch eine nerven- und muskelschonende Fütterung bringen wir Ruhe in den Bewegungsablauf.
- Schwierigkeiten bei der Lastaufnahme: Das Tragen des Reitergewichts erfordert enorme Muskelarbeit. Fehlen dem PSSM2-Pferd wichtige Proteine als Bausteine, bricht die Kraftversorgung zusammen und das Pferd entzieht sich der Last.
- Koordinationsprobleme: Wenn einzelne Muskeln unwillkürlich krampfen oder ermüden, verliert das Pferd die Feinabstimmung über seine Gliedmaßen. Eine bedarfsgerechte Fütterung stabilisiert den gesamten Muskeltonus.
- Geringer Schwung: Ein schwungvoller Gang lebt von der elastischen Kontraktion der Muskeln. Bei PSSM2 fühlen sich die Muskeln oft fest wie Beton an – der Schwung geht verloren, die Bewegung wirkt hölzern.
- Hohe Last auf der Vorderhand: Um schmerzende Muskelgruppen in der Nachhand und im Rücken zu entlasten, schieben PSSM2-Pferde ihren Schwerpunkt nach vorne. Sie „rennen“ quasi auf der Vorhand, um der Last hinten zu entkommen.
- Rope Walk: Das auffällige Kreuzen der Hinterbeine auf einer Linie (wie ein Seiltänzer) ist ein klassisches Kompensationsmuster. Das Pferd versucht so, Stabilität in sein instabiles, schmerzendes Becken zu bringen.
- Probleme im Galopp: Der Galopp erfordert die größte dreidimensionale Muskelaktivität und ein klares Auffußen der Hinterbeine. PSSM2-Pferde zeigen hier oft Kreuzgalopp, Hasengalopp oder verweigern das Angaloppieren ganz.
- Fluchtverhalten: Wenn die Muskeln unter Belastung anfangen zu brennen und schmerzen, wählen viele Pferde den natürlichen Fluchtinstinkt. Sie rennen unter dem Reiter unkontrolliert weg, um dem Schmerz zu entkommen.
- Durchlaufen in den Übergängen: Das saubere Parieren benötigt extrem viel Haltekraft in der Bauch- und Kruppenmuskulatur. Fehlt diese Kraft, „fällt“ das Pferd regelrecht durch die Übergänge und läuft dem Gleichgewicht hinterher.
- Ausgeprägte Atemgeräusche: Die Atemmuskulatur gerät bei PSSM2-Pferden unter extremen Stress, da der gesamte Körper kompensieren muss. Zudem kann eine verkrampfte Hals- und Brustmuskulatur die Atemwege mechanisch einengen.
- Schnelle Erschöpfung: Da der Muskelstoffwechsel bei PSSM2 ineffizient arbeitet, sind die Energiereserven im Muskel blitzschnell aufgebraucht. Das Pferd wirkt matt, schwitzt untypisch schnell und braucht extrem lange Regenerationszeiten.
- Und viele weitere Aspekte: PSSM2 zeigt sich bei jedem Pferd individuell – von subtiler Unwilligkeit beim Putzen bis hin zu schweren Bewegungseinschränkungen.