Natürlicher Lebensrhythmus

Veröffentlicht am 10. März 2026 um 06:49

Immer mehr Pferde mit Allergien, Krankheiten, Übergewicht und sonstigen Auffälligkeiten, wir wissen angeblich immer mehr und unseren Pferden geht es trotzdem nicht besser.

Unsere Pferde sind viel näher an dem Jahresrythmus dran, wie wir Menschen. Wir leben in beheizten Räumen, essen Fertigprodukte, haben oft viel zu wenig Bewegung und greifen schnell mal zum Medikament anstatt das unser Körper auch mal arbeiten muss.

Leider gehen wir in der Pferdewelt eben auch diesen Weg, zeitverzögert aber nicht anders.

Wir leben in einer Zeit unendlicher Studien (oft Kleinsstudien), Mythen, wilden Theorien und Ängsten. In einem Jahr ist xyz genau richtig und zwei Jahre später wird es verteufelt. Da wird eingedeckt mit Thermometer, entgiftet was das Zeug hält, jeglicher Huster gleich zu Asthma deklariert und wenn es mal etwas müde und schlapp ist sofort in diversen sozialen Medien das Problem auseinander genommen. Da wird sich über Haltungsformen gestritten, Heu bis ins kleinste Detail analysiert, Blutbilder x-mal im Jahr gemacht, jeder Pferdehaufen der mal anders aussieht sofort untersucht, Kräuter hier gefüttert und da Vitalpilze.... eine unendlich lange Liste könnte ich da weiterführen. 

Aber geht es damit unseren Pferden wirklich besser?

Ich behaupte mal, mit all diesen Informationen haben wir den normalen Lebensrhythmus unserer Pferde im Großen mehr geschadet wie geholfen. 

Pferde sind noch zum großen Teil auf einen völlig normalen Jahreszyklus eingestellt:

  • mit Fellwechsel
  • mit Kälte und Wärme
  • langsame Bewegungen
  • hormonellen Einflüssen
  • Gewichtsschwankungen
  • Regen und Wind

Wir greifen in all diese Abläufe ein und wundern uns, wenn unsere Pferde dann Zivilisationskrankheiten entwickeln. 

 

Entgiftung

Es ist mittlerweile in so vielen Köpfen fest verankert, man muss Pferde 2mal im Jahr entgiften. Mit Produkten die Leber und Nieren unterstützen, egal ob es wirklich nötig ist. Die Hauptaufgabe der Leber und Niere ist das Entgiften und beide Organe machen es gut. Nur wenn das Pferd unnötig mit schädlichen Substanzen in Berührung kommt, kann es zu einer Herausforderung werden. Also wenn ich mein Pferd nicht unnötig mit dies und das belaste, gibt es gar keinen Grund für irgendwelche Entgiftungskuren zu irgendwelchen Zeitpunkten. Wenn ich es aber gebe solltest Du Dir die Frage stellen: Wo läuft bei mir im Management was falsch, dass ich eine Entgiftungskur mache. Also wo belastet meine Haltung den Stoffwechsel des Pferdes. Gerne kommt das Argument, Wildpferde suchen sich ja auch ihre Kräuter. Ja aber nicht, wenn kein Problem ist. Da wird an schmackhaften Kräutern mal geknabbert aber nicht intensiv gefressen. 

 

Thermoregulation

Pferde haben eine gut funktionierende Thermoregulation von der Natur mitbekommen. Ein gut abgestimmtes System sorgt für eine stabile Innentemperatur, dabei kommen Pferde mit kalten Temperaturen besser klar. Verschiedene Mechanismen werden dabei genutzt:

  • Pilorekation oder das Aufstellen der Haare
  • Zentralisation des Blutes ins Körperinnere
  • die Verdauung von Raufutter im Dickdarm (innerer Ofen)

Bei Hitze schwitzen Pferde vermehrt und stellen die Blutgefäße weiter, beides belastet aber den Kreislauf. 

Der Mensch ist weit davon entfernt, solch ein effektives System zu besitzen aber was machen wir Menschen.? Wir denken in unseren Problematiken und übertragen es auf das Pferd, wenn uns kalt ist, muss es dem Pferd auch.

  • Aus der wärmenden Suppe für uns, wird das Mash für die Pferde.
  • Aus der dickeren Winterjacke, wird die dickere Decke für das Pferd.
  • Aus der Bewegungsunlust beim Menschen, wird die Bewegungseinschränkung beim Pferd.
  • Aus unseren Winterproblemen, machen wir Winterprobleme der Pferde.

 

Fellwechsel

Der Fellwechsel ist ein normaler Vorgang für das Pferd und es gibt Momente, da macht er die Pferde u.U. etwas träge, müder oder langsamer aber das ist eine völlig normale Reaktion. Also warum es nicht einfach zulassen und es so annehmen wie es gerade ist. Natürlich macht es Sinn, mit Nährstoffen zu arbeiten aber wenn das Pferd eine gute Nährstoffversorgung hat und nicht durch Krankheit, MIM etc. Probleme hat, braucht es weder vermehrt hiervon was und davon was. Der Fellwechsel ist kein Problem, es ist ein natürlicher Vorgang im Lebensrhythmus. 

 

Husten

Auch Pferde können einfach einen Infekt bekommen und nicht jeder Husten ist gleich Asthma oder wird chronisch. Erst einmal wird das Pferd sein Immunsystem aktivieren und wenn es nicht schon mit anderen Problemen kämpft arbeitet es pro aktiv. Dann sollte man auf jeden Fall einen Tierarzt rufen und es abhören lassen. Ein TA kann schon hören, ob es festsitzender Schleim ist oder eine Reizung der Atemwege. Er wird dann entsprechend handeln und mit Dir alles weitere besprechen. Viel häufiger klingen Infekt bei einer TA Behandlung einfach nach ein paar Tagen ab.

 

 

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